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Arbeitsverhältnisse und ihre Enden

Dem aufmerksamen Follower wird nicht entgangen sein, dass letzten Freitag der wöchentliche Beitrag/Artikel/Istmirdochlattewiedasheißt ausfiel, da ich wie angekündigt genügend mit meiner Abschlussfahrt beschäftigt war. Die erste Hälfte derselben hätte man sich zwar sparen können, dennoch kann ich rückblickend wahrheitsgemäß durchaus sagen, dass es sich unterm Strich gelohnt hat. Das allerdings weiß man ja vorher nicht. Weswegen ich auch vorher überlegt hatte, ob es sich denn lohnen wird.

Warum soll ich denn mitfahren? Ein Schuljahr habe ich mit dieser Klasse verbracht. Die meisten Leute waren recht umgänglich, einige wenige mithilfe von Nikotinkaugummis immerhin erträglich. Aber vermissen werde ich niemanden. Denn umgänglich heißt ja auch nicht automatisch, dass man die gemeinsam verbrachte Zeit auch genießt. Was selten genug vorkam, um in den negativen Aspekten unterzugehen. Warum also soll ich mit dieser Ansammlung von Menschen, mit denen mich bestenfalls wenig verbindet, auf eine 5-tägige Reise gehen? Braucht das Ende eines Arbeitsverhältnisses zwingend einen überragenden Abschluss? Fand man denn sofort alles in diesem Arbeitsverhältnis beschissen, wenn man am Abschlussevent eigentlich gar nicht teilnehmen möchte?

Und wenn man soweit ist, dass man gerne ein letztes Mal in dieser Konstellation etwas unternehmen möchte, nach welchen Kriterien erstellt man das Programm? Warum sollte ich mir auf dieser letzten Unternehmung, die ja zu einer schönen Erinnerung werden soll, Bleistifte von Faber Castell angucken? Wenn ich damit eine gerade, harte und wegradierbare Linie ziehen kann, bin ich glücklich. Dann muss ich auch nicht zu Beginn der Führung in den Shop gehen, in dem ich Bleistifte kaufen kann. Deren Palette vom normalen HB-Stift bis hin zum 485€-Ichhabwaszukompensierenstift reicht.

Die Stadtführung zu Beginn war ganz nett, auch wenn ich alle tiefer gehenden Details sofort wieder vergessen habe. Ich weiß noch, dass es dort 2-3 Kirchen gibt, ein altes Rathaus, einen Marktplatz…was natürlich sehr unüblich für eine Stadt ist und worauf ich ohne Führung auch niemals gekommen wäre. Die mich aber immerhin schon mal mental auf das Höhenverhältnis in dieser Gegend vorbereitet hat: Ein ständiges Auf und Ab. Bestimmt gesund für die Waden, wenn man dort wohnt. Wenn man aber nur Urlaub machen will, eher ungünstig.

Gegen eine Bergwanderung hätte ich nichts einzuwenden gehabt. Wenn sie nicht zu einer Zeit stattgefunden hätte, zu der die Sonne bei mindestens unangenehmen Temperaturen vom Himmel herunterbrennt. An einem Berg, dessen Neigungswinkel permanent mindestens 45° beträgt. War vermutlich weniger, hatte leider mein Geodreieck daheim gelassen. Fühlt sich aber so an, wenn man wieder runtergeht. Was man ja irgendwann muss. Denn ich würde als Essenslieferservice die Bestellung ablehnen, sobald ich die Adresse höre. „Hinter der Höhle auf halber Höhe der dritte Baum links…“

Habe mir inzwischen den Winkel visualisiert. Das waren definitiv 45°.

Deutsche Geschichte passt eigentlich immer und sollte man auch nie vergessen, hat man aber mittlerweile so häufig gehört, dass einem nichts mehr erzählt wird, was sich bisher unverdienterweise außerhalb des Wissensschatzes befand.

Bier ist immer eine fantastische Sache. Wie die Besichtigung einer Bierbrauerei in dieses Programm hineinpasst, erschließt sich mir zwar nicht. Den kostenlosen Ausschank von wirklich köstlichem Tucher habe ich natürlich dennoch dankbar in Anspruch genommen. Mit den abendlichen Erlebnissen zusammen also alles in allem ein würdiger Abschluss dieses Arbeitsverhältnisses. Dessen Ausbleiben ich aber auch hätte verschmerzen können. Nach der Zeugnisvergabe kommt zwar noch der Abschlussball, aber bei aller Liebe – Nein. Kein Tanzen. Keine Geräuschkulisse von hunderten Stimmen und mittelmäßiger Musikuntermalung, die mir als gehörgeschädigten Menschen, der die einzelne Stimme nur schwer herausfiltern kann, hochgradig auf den Sack geht. Einfach nein.

Übrigens: Da nun nach der Abschlussfahrt ganz viel Freizeit kommt, werde ich mich mal ein wenig mehr in die Bloggestaltung vertiefen. Was ich bisher hinbekommen habe, ist ja sehr rudimentär und zeugt von meiner Unfähigkeit, an der ich nun hoffe mit digitaler Hilfe etwas ändern zu können. Sei gespannt was daraus wird, ich bin es auch…

  1. Ich kann deine Gedanken gut verstehen. Mir ging und geht es bis heute immer noch so. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass einen die Menschen manchmal an einem Abend und erst recht auf solchen Fahrten manchmal positiv überraschen können. Selbst nach 3 Jahren. Oder 9 Jahren und sogar nach 13 Jahren. Von daher ist es unterm Strich lohnend. Auch wenn es manchmal nur wegen des Biers lohnt. 🙂

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