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Auswechselbarkeit ist relativ.

Jeder Mensch erfüllt in seinem Umfeld und eventuell darüber hinaus eine Reihe von Funktionen. Sollte zumindest. Die Besetzung der Position, welche eine Funktion ausübt, ist grundsätzlich auswechselbar. Soweit könnte man sagen, Auswechselbarkeit sei nicht relativ, sondern absolut. Für mich spielt allerdings noch ein weiterer Faktor eine Rolle: Die Größe der Unannehmlichkeiten, die beim Ausfallen einer Besetzung entstehen. Krankheit, Schwangerschaft, Tod. Scheidung, Umzug, Beförderung/Entlassung.  Unannehmlichkeiten wie Trauer, Leid, oder nach Überwinden dessen der eventuell entstehende Aufwand, die Position neu zu besetzen. Die Größe des Leides ist maßgebend für die Relevanz dieser nicht mehr erfüllten Funktion, ebenso nach Beschluss zur Organisation einer Neubesetzung die Menge an Aufwand, bis diese gefunden ist. Die Katze auf dem Weg zur Arbeit freut sich vielleicht, wenn du kurz anhältst, um sie zu kraulen. (Nein, nicht auf dem Weg zu ihrer Arbeit.) Vermutlich ist macht es für sie aber keinen so gewaltigen Unterschied. Denn am nächsten Tag kennt sie dich plötzlich nicht mehr und beobachtet dich wachsam, bereit, sofort wegzurennen. Einer anderen Katze aus der Nachbarschaft ist es völlig egal, wer sie krault. Ein/e beste/r Freund/in, den/die du nicht mehr jeden Tag siehst, gibt seinen/ihren Titel nicht automatisch ab.

(Nur weil die Sprache uns die Möglichkeit gibt, uns geschlechtsspezifisch auszudrücken, werden wir stets dazu angehalten, dies auch zu tun. Ich erkenne ständig dasselbe Muster. „Du hast die Möglichkeit, also nutze sie!“ Ich füge mich. Dieses Mal.)

Dennoch ist es sinnvoll, einen Vertrauten in erreichbarer Nähe zu haben. Dies sind zwei Funktionen, eine wird ggf von einer anderen Besetzung fortgeführt. Der Beziehungspartner ist – wie ich hörte – ein enger Vertrauter. (Nein, ich weigere mich. Oder vielleicht…wechsle ich die Geschlechter ab? Mal ausprobieren.) Die Beziehungspartnerin ist – wie ich hörte – eine enge Vertraute. Bei einer Trennung entsteht daher vermutlich ein gewisses Maß an Leid, abhängig von der Intensivität und vielleicht auch der Länge der zerbrochenen Beziehung. Auch da wird es aber nach einer Zeit x wieder jemanden geben. Natürlich ersetzt nicht ein Mensch den anderen, der neue nimmt lediglich die Position des alten ein. (Es heißt nun mal „der“ Mensch, da kann ich auch nichts für. „die Menschin“ klingt aber auch scheiße. Oohhh, Sexismus!) Und führt die Funktion auf andere Art und Weise aus. Du als Individuum, welches die verschiedensten Fertigkeiten aus dem Pool, Funktionen auszuführen, vereint, bist nicht ersetzbar. Das musst du auch gar nicht sein. Denn nach dieser Zeit x würde dein Umfeld theoretisch auch ohne dich klarkommen. Und diese Zeit x ist relativ. Alles ist relativ.

Als Bufdi/FSJler/blabla bist du hauptsächlich eine billige Arbeitskraft. Das Leid nach deinem Fortgehen ist hier gleich Null, es ist nun  mal so üblich. Ja, mancher heult vielleicht ein wenig. Den nächsten Tag lacht er wieder. (Oder sie. Mir doch egal. Also nicht, dass er wieder lacht. Oder sie. Merkst du, wie umständlich das ist? Absolut unnötig.)

Eigentlich wollte ich noch mehr schreiben. Glaube ich. Weiß aber nicht mehr, was. Muss ich ausgeschwitzt haben. Dann ist hier eben Schluss.

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