Zum Inhalt

Bin ich auch produktiv genug?

Es empfiehlt sich doch, am Ende eines Lebens einige Dinge vorweisen zu können, die man in der Zeit zwischen Geburt und Tod geleistet hat – oder nicht? War denn mein Leben rückblickend weniger lebenswert, wenn ich nicht jeden Tag auf Produktivität ausgerichtet habe? Setzt man nicht sich selbst zu sehr unter Druck, wenn man krampfhaft versucht produktiv zu sein, obwohl der Tag das einfach nicht hergibt? Ist Arbeit, die unter diesem Druck, unbedingt produktiv sein zu wollen, nicht anfälliger für Fehler? Wer bestimmt überhaupt, was als produktiv zählt? Ist ein Mensch produktiv, wenn er an seinem Blog arbeitet, weil er nach getaner Arbeit ein sichtbares Produkt vor Augen hat? Ist ein Mensch produktiv,  wenn er sich in ein Spiel vertieft, dort einen Fortschritt erreicht, und sich damit ein besseres Spielerlebnis erarbeitet, oder muss man sich für Produktivität kreativ ausleben? Ist ein ausgemaltes Mandala das Produkt von fertiggestellter Arbeit, oder fällt das einfach unter „sich entspannt haben“, und ist somit kein vollwertiges Produkt, was doch am Ende einer produktiven Phase stehen sollte? Ist ein Mensch produktiv, wenn er versucht, seinem Lieblingsmenschen zu zeigen, wie sehr er ihn/sie liebt, oder ist die Produktivität dahin, wenn er/sie aus welchen Gründen auch immer dafür gerade nicht empfänglich ist? Ist ein Mensch produktiv, wenn er einfach mit jenem Lieblingsmenschen auf dem Sofa sitzt, und die Atmosphäre mit ihm/ihr (immer dieses Durchgendern …) genießt, weil er damit seine Energiereserven wieder auflädt, oder sitzen sie dann einfach nur faul rum?

Könnte ich nicht jede Veränderung, die ich erwirke, egal ob stofflich oder zwischenmenschlich, zum Produkt meiner aufgewendeten Energie erklären? Wie messe ich also die Qualität meines Lebens, welches ja eigentlich auch nur ein Produkt ist, welches ich -wenn auch ungefragt -in Empfang genommen habe? Sollte ich aufhören, mir darüber Gedanken zu machen, auf welche Art ich wohl produktiv sein könnte, und sollte besser einfach anfangen?

Und wie ist das überhaupt mit Produktplatzierungen? Da es ja durchaus sehr sinnvolle und schöne Produkte gibt, für deren Fertigstellung jemand sehr produktiv sein musste, kann man doch diese bewerben, und den Erfolg von Produkten, bzw das „Auf dem Markt bestehen können“, unterstützen, wenn man davon überzeugt ist?

Und überhaupt, wann und wie bist du eigentlich produktiv? Und warum?

Kommentar verfassen

© 2016 by keinmenschenfeind | Alle Rechte vorbehalten
%d Bloggern gefällt das: