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Es geht nicht immer um das Heute. Sackgesicht.

Gestern Abend kamen meine Frau und ich auf das Thema Klimawandel zu sprechen. Und warum man aus der Atomenergie und der Energiegewinnung aus anderen fossilen Brennstoffen doch besser aussteigen sollte. Und dabei kam mir der Gedanke für ein Thema, das ich mal hier ansprechen könnte, welches mir seit… naja, welches mir Probleme bereitet, seit ich begonnen habe, zu sprechen: Ich scheine auf meine Gesprächspartner den Eindruck zu machen, dass z.B. Planungen, welche während der Konversation entstehen, für mich möglichst zeitnah in die Realität umgesetzt werden sollten. „Hast du Lust, mal wieder gemeinsam wohin zu gehen?“ „Ne du, heute passt es nicht.“ Wer hat von heute gesprochen?

In meiner Schulzeit gab es einmal die Aufgabenstellung, Sätze in englischer Sprache an die Tafel zu schreiben. Die genauen Details weiß ich nicht mehr, die sind auch völlig irrelevant. Ich schrieb sinngemäß, dass wir so schnell wie möglich aus der Atomenergie aussteigen sollten. Dass es Zeit ist, die Ausbeutung der Ressourcen unserer Erde zu beenden, weil sie uns das eines Tages zurückzahlen wird. Einer der Mitschüler meinte dazu: „Das ist ja Schwachsinn, so schnell ist das gar nicht machbar. Sei doch mal realistisch.“ Da hab ich mich gefragt, ob die Menschen um mich herum zu doof sind, meinen Formulierungen zu folgen, oder ob ich es bin, der einfach falsch formuliert. Daraus ist im Laufe der Jahre eine Art Formulierungstick entstanden… Ich finde das passende Wort dafür nicht. Das Bedürfnis, mein Anliegen möglichst deutlich zu machen, und Missverständnisse zu vermeiden. Dadurch wird mein Gesprächsbeitrag nicht selten drei Mal so lang wie nötig, und verwirrt den Gegenüber eher, anstatt dass er Klarheit schafft. Übrigens ist das eine wunderbare Taktik, wenn man aneinander vorbeireden will – für Sie getestet. Nur, dass ich nicht vorbeireden wollte, aber das ist ja nicht immer maßgebend.

Wie schaffst du es, dich verständlich auszudrücken? Oder hast du gar keine Schwierigkeiten damit? Oder ist es dir vielleicht sogar völlig egal? Hier und da ist es ja durchaus sinnvoll, sich verständigen zu können. Bei einem Vorstellungsgespräch z.B. Da ich in nicht allzu ferner Zukunft eines haben werde, muss ich mich wohl etwas zusammenreißen.

  1. Oh, ihm geht es auch so! Die Argumentation beginnen, dann ausholen, noch einen Relativsatz dazu, um auch alle Seiten zu beleuchten, eine weitere Assoziation kommt ins Spiel, und dann haste vergessen, wie du den Satz überhaupt angefangen hast….
    Formulierungstick – nee, dafür muss es irgendeinen tollen Fachbegriff geben. So wie Prokrastination für die Aufschieberitis.
    Nein, mein Lieber, da kann ich dir leider nicht helfen. Ich arbeite selbst daran. 😉

    • keinmenschenfeind keinmenschenfeind

      Ach, schade. Na gut. Aber dann sag Bescheid, wenn du einen guten Fachbegriff gefunden hast. Und hab noch ein schönes Restwochenende!

      • Danke, dito! Ich arbeite an neuen Beiträgen, indem ich herrlich unperfekt durch meinen Tag gehe. 🙂

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