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Gute Eltern sind übervorsorglich

Ich habe festgestellt, dass ein Vorwort wunderbar dazu geeignet ist, den Beitrag in die Länge zu ziehen. Was praktisch ist wäre, denn hier könnte ich den Grundgedanken des Textes sehr präzise erläutern. Leider bringe ich meistens aber nur Verwirrung in die Reihen meines Publikums, wenn ich jenes versuche. Schade eigentlich. Ich versuch‘ es trotzdem. Folgendes: Man hält seine Eltern ja auf dem Laufenden, sobald man ausgezogen ist. So grob zumindest. Früher hat man sich wahrscheinlich an Weihnachten auf den neuesten Stand gebracht, seit WhatsApp hat man Zeit sich einmal im Monat zu schreiben. Im Schnitt. Ich schreib meinen Eltern natürlich häufiger. Zum Beispiel habe ich den meinen von meinem Vorhaben berichtet, einen Blog zu schreiben, in dem ich, salopp gesagt, auf allem Möglichen rumhacken kann. Könnte. Tu‘ ich ja nicht. Meine Mutter, natürlich besorgt, fragt mich: „…Du beschäftigst dich also überwiegend mit negativen Gedanken?“ „Jaaa?“ „Aber wenn du das ins Internet schreibst, kann doch jeder lesen, was dich gerade bewegt…“ Naja….Nein, können sie nicht. Alles, was man hier lesen kann, darf man auch lesen können. Meine liebste Mutter macht sich also zu viele Sorgen. Denn sie war und ist eine gute Mutter. Eine tolle Mutter. Zumindest, soweit ich befugt bin, dies zu beurteilen.

Zugegeben, gerade frisch rausgepresst bist du nicht mehr als ein schreiender Klumpen Fleisch. Und Knochen. Wehrlos. Nervtötend. Und natürlich das süßeste Baby der Welt. Warum, weiß ich nicht. Aber ich beuge mich in diesem Fall der mehrheitlichen Meinung, da es mir nichts bringt, meine eigene durchzusetzen. Obwohl die natürlich richtig ist. (Ironischer Unterton.) Eigentlich machst du nur Arbeit. Du brauchst Aufsicht beim Essen und Trinken. Du bist ständig am Kacken. Und du schreist so lange, bis du kriegst, was du willst. Hmm…diese Taktik hat so mancher scheinbar beibehalten…

So ein kleines Ding braucht natürlich Hilfe. Ein angemessenes Umfeld. Im Idealfall Mutter und Vater, die zusammen nicht mehr als…70000€/Jahr verdienen. Ob die Summe stimmt, weiß ich natürlich nicht. Aber wer schon als Kind im Geld versinkt, ist später in der Regel…ein Arsch. Hab zumindest noch keinen kennengelernt, der mir sympathisch war. Ja, das sind nicht viele. Tut nichts zur Sache. Weiter jetzt, lenk mich nicht immer ab. Du musst lernen, Stück für Stück Verantwortung zu übernehmen. Und deine Eltern müssen lernen, dass du Stück für Stück Verantwortung übernimmst. Hoffentlich. Aber wenn du gute Eltern hast, achten sie ja auf dich. Und lassen dir Stück für Stück mehr Freiraum. Und setzen sich dafür ein, dass du nicht mit dieser völlig hirnverbrannten neuen Methode lernst zu schreiben. Damit du noch eine Chance hast, dich schriftlich halbwegs verständlich auszudrücken. Perfekte Eltern werden sie allerdings nie sein. Sie werden sich immer mehr Sorgen um dich machen, als notwendig. Natürlich ist das nervig, gehört aber dazu. Lässt sich also nicht ändern. Die Alternative wäre, dass sie sich zu wenig Sorgen machen. Dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis du abdriftest. Dann fängst du an zu klauen, gründest deine eigene Mafia und wirst unweigerlich eines Tages von einem deiner vielen Verfolger ermordet. Oder du gehst zu DSDS. Du weißt was ich meine.

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