Zum Inhalt

Ich hatte keinen Anzug. Weil doof.

Der Titel war nicht so der Bringer. Hab noch 2 Wörter drangehängt, jetzt ist es Kunst.

Mittlerweile habe ich einen. Einen Anzug. Als ich den Gedanken notiert hatte, noch nicht. Anzüge sind einfach nicht mein Fall. Hauptsächlich, weil mir darin zu schnell zu warm wird. Nebensächlich, weil ein Fleck auf einem Anzug ein deutlich größeres Ärgernis ist, als auf normaler Alltagskleidung. Nicht, dass ich mich regelmäßig einsaue, aber als Mensch wie jeder andere kann mir natürlich auch mal ein Missgeschick widerfahren. Außerdem empfinde ich Alltagskleidung als deutlich angenehmer, weil dies für mich meistens Harems-/Goa-/Aladin-/Wieauchimmersieheißthose bedeutet. Und damit darf ich leider nicht zu Feierlichkeiten wie Hochzeit, Verlobung oder Entlassungsfeier der Abiturienten. Alles erfragt. Ich kann das Problem zwar nachvollziehen, halte diese Denkweise jedoch für zu oberflächlich, denn alles, worum es dabei geht, ist…naja…die Oberfläche des Menschen. Ich dachte, die Kleidung soll den Eindruck vermitteln, dieser Mensch sei voller Freude über den Anlass der Feierlichkeit und nicht kurz davor, seine Schweißrutschbahn aus eigenem Anbau auszupacken. Die getragene Kleidung bestimmt mit anderen Parametern den Wohlfühlfaktor, der nicht besonders hoch ausfällt, wenn ich ggf sogar schon beim Erscheinen am Ort des Geschehens feststelle „Oh. Warm hier.“ Und so eine Feier dauert meist ihre Zeit. Der würdige Rahmen oder so ähnlich.

Ich wurde auch einst – als man noch hoffte, mich in meinem Denken in andere Bahnen lenken zu können – mehrfach darauf hingewiesen, dass mein Kleidungsstil meinem Umfeld eine geringe Arbeitsmotivation suggeriert. Dazu stelle ich zwei Fragen.

Erstens. Im Bekanntenkreis sollte man doch in der Lage sein, diese Motivation anhand aussagekräftigerer Dinge zu messen als einer „komischen Hose“. Wenn es so einfach wäre, bräuchte ich nur etwas anziehen, das „hohe Arbeitsmotivation“ in der Beschreibung stehen hat und wäre schon das reinste Arbeitstier. Da dies so einfach nicht funktioniert (glaub ich), spielt die Kleidung sowie Frisur (auch so ein Fall für sich…) arbeitstechnisch nur deshalb eine Rolle, weil jeder sagt, sie spielt eine Rolle. Zumindest solange man mit dem Kopf arbeitet. Im Handwerk ist das natürlich was anderes, praktische Kleidung ist hier durchaus sinnvoll. Was war die Frage noch gleich…Was hat die Arbeit mit meiner Freizeit zu tun? Darf ich in dieser Zeit nicht so aussehen, als würde ich den Umstand genießen, in diesem Moment nicht arbeiten zu müssen, was nämlich nicht automatisch heißt, dass ich jedwede Anstrengung ablehne?

Zweitens. Warum geht man automatisch davon aus, Arbeitskleidung – handwerklich wie…äh…kopflich – wäre dasselbe wie Freizeitkleidung? Zu einem Vorstellungsgespräch tauche ich selbstverständlich nicht mit Jumpsuit auf. (Für Unwissende: Einteiler. Fantastisch. Leider nur im Winter zu gebrauchen. Wird warm da drin.) Ich hatte häufig den Eindruck, dies zusätzlich erwähnen zu müssen, was für sich sprechen dürfte. Denn auch mir, der hier und da Schwierigkeiten hat seine Mitmenschen nachzuvollziehen (ob das wohl aufgefallen ist?), ist klar, dass man natürlich sein Äußeres der Arbeitswelt anpassen muss. In Maßen. (Hände weg von meinen Haaren!) Wenn es denn um Arbeit geht. Heißt es nicht immer, man solle Arbeit und Privates trennen?

  1. Bin ich total gegen. Ich brauche entschieden mehr Anlässe zum Anzugtragen, OHNE schief angesehen zu werden. Beim Einkaufen bspw.

Kommentar verfassen

© 2016 by keinmenschenfeind | Alle Rechte vorbehalten
%d Bloggern gefällt das: