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Ich habe eine Leidenschaft… Nein, zwei.

Abseits von Arbeit und Familie etwas haben, wo man seine Zeit drin versenken kann, und darin „aufgehen können“, wie man so schön sagt, zählt vermutlich zu den wertvollsten Gütern, die ein Mensch haben kann. Abgesehen von dem richtigen Arbeitsplatz -denn viele Menschen gehen ja durchaus nur zur Arbeit, weil sie es müssen -und dem Lieblingsmenschen an der Seite natürlich, wobei ich diese drei Lebensinhalte nicht als gleichwertig ansehe. Meine Traumfrau gefunden, und tagtäglich um mich haben zu dürfen, wird wohl immer das Größte für mich sein. Aber Moment, hier geht es ja um Leidenschaften.

Die erste meiner Leidenschaften ist Musik. Vor knapp fünf Jahren habe ich begonnen, mir Musik anzuhängen. Doch zuvor habe ich mich ganz bewusst für ein bestimmtes Speichermedium entschieden. Die CD ist zwar, wie mir scheint, für die heutige Zeit, in der man tausende Songs digital oder online abspeichern kann eher untypisch, aber was interessieren mich die Vorlieben der breiten Masse? Richtig. Wenn ich mir meine Musik über’s Handy anhöre, bin ich ganz schnell dabei, ewig durchzuzappen, bis ich dann endlich etwas gefunden habe, worauf ich gerade Lust habe. Und dabei verliere ich den Blick für das einzelne Lied. Also, das Gehör. Ach, du weißt schon.

Meine Sammlung umfasst mittlerweile knapp 80 CDS aus den verschiedensten Genres – von Deathgaze über Bruno Mars bis hin zu Pokemon. Ja, Pokemon – denn wie jede andere CD in meinem Regal, sorgt auch diese für eine ganz eigene Art der Entspannung. In diesem Fall durch die Erinnerung an meine Kindheit, in der ich zwar nicht so stark im Spielen versunken bin wie manch anderes Kind, aber dennoch wunderschöne Stunden und Tage damit verbracht habe.

Und ich habe für jede Stimmungslage die passende CD. Und dann lege ich diese ein und lasse sie durchlaufen. Mein bester Freund meinte einst, das wäre lethargisches Verhalten. „Damit hörst du doch auch Lieder, die du vielleicht gerade gar nicht hören willst, und unterwirft dich damit?“ Nein, so hat er es nicht formuliert. Ich weiß nicht mehr, wie er es ausgedrückt hat, aber im Prinzip war das seine Aussage. Und ja, man könnte es so auslegen. Allerdings ist genau das der Punkt, denn ich will nicht zehn Lieder auf meinem Handy oder meiner Spotify-Playlist überspringen, bis ich ein passendes gefunden habe. Ich will einfach Musik hören. Und entspannen.

Die zweite meiner Leidenschaften ist das Bloggen. Vor bermehr als einem Jahr hatte ich damit begonnen, um jenen Gedankengängen Raum zu geben, die man im alltäglichen Miteinander eher nicht anspricht. Um zu erfahren, was für eine Haltung andere Menschen denn zu diesem oder jenem Thema haben. Und auch, um so eine anständige Selbstreflexion betreiben zu können.

Und dann hat meine Frau mich darauf hingewiesen, dass ich ja noch eine Leidenschaft habe: Ihr dabei zusehen, wie sie ihren Leidenschaften, mitunter der Fotografie, nachgeht. Natürlich entspannt mich das auch, sie so glücklich zu sehen, aber fällt das denn mit unter die Definition einer Leidenschaft? Moment, ich schlag mal eben nach.

1. Zustand, in dem jemand starke Gefühle empfindet. – „Sie setzten sich voller Leidenschaft für diese Ideen ein.“

2. eine starke Liebe zu jemandem. – „Er gestand ihr seine Leidenschaft.“

3. Liebe zu Dingen, die man gerne mag. – „Seine einzige Leidenschaft war der Radsport.“

Nun gut, damit kann ich bedingt etwas anfangen. Zwar habe ich den Begriff „Leidenschaft“ immer eher als etwas gesehen, das wie ein Hobby ist, aber den Menschen deutlich glücklicher stimmt. Die Formulierung „eine Leidenschaft für einen Menschen empfinden“, wie man es der zweiten Definitionsvariante nach tut, klingt in meinen Ohren äußerst seltsam. Aber diesen Definitionen nach ist meine Frau selbstverständlich meine Leidenschaft, bzw ich empfinde Leidenschaft für sie… Hörst du, die Formulierung ist doch unnatürlich!

Oder was sagst du dazu? Was sind deine Leidenschaften, von mir aus auch wer?

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