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Schmerz…

Tut weh. Ich weiß, kommt überraschend. Ich rede hier nicht von körperlichem Schmerz -auch wenn der selbstverständlich ebenfalls äußerst schmerzhaft sein kann-, sondern von seelischen Schmerz. Der immer irgendwo etwas mit anderen Menschen zu tun hat. Oder auch mit dem Fehlen bestimmter Menschen. Menschen, mit denen man bereits vieles erlebt hat, und Menschen, mit denen man in der Zukunft erst zusammentrifft.  Kann man einen Menschen vermissen, den man noch nicht kennt? Ja, das geht. Man hat zwar noch kein Bild dieses Menschen vor Augen, aber sobald er da ist, wird einem bewusst, dass es genau dieser Mensch ist, auf den man gewartet hat. Der nun endlich diesen Platz ausfüllt, der so lange leer war. Der seit immer schon nur für ihn bzw sie bestimmt  ist.

Hat dieser Mensch es dann nach langer Wartezeit zu diesem Platz geschafft, ändert sich der Schmerz. Es ist nicht mehr dieses „Wo bist du, wie heißt du, was sind deine Leidenschaften, warum hab ich dich noch nicht kennengelernt“, sondern viel mehr ist es ein Schmerz, welcher durch körperliche und/oder emotionale Distanz entsteht. Ein Schmerz, auf den mein Körper meist mit Müdigkeitsüberfällen reagiert, aber das kommt von der Depression. Warum ist das Leben eigentlich immer mit Schmerz verbunden?

Weil das nun mal so ist. Und damit finden wir uns ab. Ich für meinen Teil,  weil ich immer schon wusste, dass es sich lohnen wird. Na gut, ich wusste es nicht; woher auch. Aber ich habe fest daran geglaubt, und nun ist es wahr. Jeder Schmerz war es wert. Jeder noch kommende Schmerz, den der Alltag durch ganz profane Dinge wie Arbeit mit sich bringen wird, weil dieser Alltag immer mal wieder für Distanz zu meinem Ruhepol sorgt, welcher durch diese Frau verkörpert wird. Jede dieser schmerzhaften Phasen wird sich lohnen. Und das bedeutet eine Menge, denn zu wissen, wo der Ruhepol ist und nicht bei ihm sein zu können, ist für den Moment definitiv schmerzhafter, als gar nichts über ihn zu wissen und seinen Existenzalltag komplett ohne diesen Ruhepol zu verbringen,  den ich ja seinerzeit noch nicht kannte.

Das hat nun auch zur Folge, dass ich nach zwei Jahren als „Ex-Raucher mit einem Rückfall alle paar Monate“ wieder angefangen habe, weitestgehend regelmäßig zu rauchen. Heißt das, diese Beziehung tut mir nicht gut? Nein, das heißt es definitiv nicht. Wir sollten uns abgewöhnen, so vorschnell zu urteilen. Ja, es gibt jetzt Momente, die schmerzhafter sind und mich mehr überfordern, als alles aus meinem früheren Leben, woran ich mich noch erinnern kann.  Aber es gibt eben auch die andere Seite der Medaille. Die schöne, glänzende Seite. Es gibt diese Stunden und Tage, für die ich alles bewältigen werde, was auf mich zukommt. Natürlich ist mir klar, dass ich meinem Körper mit Zigaretten keinen Gefallen tue. Dennoch sind sie situationsbedingt eine nicht zu unterschätzende Hilfe, wenn man einem riesigen Berg von Überforderung gegenübersteht.

Und vielleicht suche ich auch nur nach Ausreden, um rechtfertigen zu können, dass ich jetzt doch wieder rauche. Aber das ist mir egal. Wie Patrick Salmen einst sagte: „Wer jahrelang jeden Morgen eine halbe Stunde joggt,  lebt zwar länger. Er verbringt allerdings diese Lebenszeit auch mit Joggen.“ Danke, da leb‘ ich lieber ungesund.

 

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