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Ungleichmäßigkeit führt zu Diskriminierung!

Jaja, schon klar. Drogen töten Menschen, sie entzweien Familien, finanzieren die Bandenkriminalität, blablabla. Ist nix Neues. Ich sag ja auch nicht, dass man alles trinken, spritzen, schnupfen, rauchen, oder sich einwerfen sollte, was man zwischen die Finger bekommt. Darum geht’s nämlich gar nicht. Ich weiß sehr gut, dass ich mit meinem Raucherdasein einen eher ungesunden Lebensstil gewählt habe. Und das war meine Entscheidung, nachdem ich das Für und das Wieder gegeneinander abgewägt habe. Aber habt ihr euch mal gefragt, warum von den zwei legalen Drogen nur Tabak so sichtbar zuerst mit Warnungen wie Unfruchtbarkeit, erhöhtem Herzinfarktrisiko etc. und seit einiger Zeit mittels hässlicher Schockbilder verurteilt wird? Oder habe ich etwas verpasst, und auf Alkoholflaschen gibt es mittlerweile Bilder von Menschen, die über der Kloschüssel hängen, sich ins Koma gesoffen haben, sich durch die Gegend prügeln, oder sturzbetrunken einen Autounfall hatten? Der Tabakkonsum kostet den Menschen neben Geld durchaus auch einiges an Gesundheit, aber Alkohol ist auch nicht das Elixier des Lebens. Und während man an Tabak langsam zugrunde geht, reicht ein Abend, an dem man etwas zu viel von diesem -angeblich so fröhlich machenden -Alkohol getrunken hat, und dann kann es vorbei sein.

Das muss man jetzt nicht zwingend als Diskriminierung von Rauchern interpretieren, allerdings sieht es irgendwo doch stark nach ungleicher Beurteilung aus. Denn Alkohol ist ja nicht böse, Alkohol ist Kulturgut. Alkohol gehört zu Deutschland. Vielleicht bin ich hier etwas zu parteiisch, aber das juckt mich ehrlich gesagt nicht. Ich habe selbst Alkohol getrunken, und das war auch lustig, häufig sogar schön, dennoch werde ich mich wohl zukünftig von derartigen Zusammenkünften fernhalten. Denn die Zeit und das Geld kann man um einiges sinnvoller anlegen. In einen Netflixabend, zum Beispiel. Da wird niemand angepöbelt, Zigarettenrauch riecht nicht so unangenehm wie eine Alkoholfahne, man muss nicht damit rechnen, dass plötzlich irgendwer, der gerade vorbeigeht, Lust bekommt, einem die Nase zu brechen, und wenn man den nächsten Tag weitermachen will, hat man nicht mal Mehrkosten aufgrund weiterer Drinks, um bei Laune zu bleiben. Denn man zahlt ja ohnehin den ganzen Monat. Und genügend Material zum Konsumieren ist definitiv vorhanden.

Wie ist deine Meinung zu Alkohol und Zigaretten? Denkst du, Alkohol ist halb so wild, weil man halt selbst darauf achten sollte, wie viel man trinkt, und nun mal selbst die Folgen zu tragen hätte, oder willst du dich ein wenig mit mir über die Diskriminierung der Raucher aufregen?

  1. Ähnliche Gedanken hatte ich kürzlich auch, dabei rauche ich gar nicht mehr. 😉 Ob das jetzt zwingend eine Diskriminierung der Raucher darstellt, weiß ich nicht. Die Kippen nimmt Dir ja niemand weg, Du kommst fürs Rauchen auch nicht an den Pranger. Die Schachteln sind halt jetzt nur mit diesen „putzigen“ Bildchen versehen.

    Und ja, fairerweise müsste man das auch mit Alkoholflaschen machen. Aber Alkoholkonsum hat, wie Du ja richtig feststellst, hierzulande eine Lobby. Tabakkonsum hat diese schon lange nicht mehr!

    Und das, obwohl Alkohol das meiner Meinung nach wesentlich schlimmere Übel darstellen kann:

    Die Suchtgefahr ist ungleich größer.

    Vom Alkohol wieder weg zu kommen, sollte man mal an der Flasche hängen, ist ungleich schwerer. Wer mit dem Rauchen aufhören will, kann das – einen eisernen Willen vorausgesetzt – innerhalb relativ kurzer Zeit selbst bewerkstelligen. Bei Alkohol geht das eher weniger gut.

    Auch die Auswirkungen auf den Alltag sind beim Alkohol – immer ausgehend vom übermäßigen Gebrauch – wesentlich weitreichender als bei Zigaretten. Wer raucht, raucht halt und macht bei der Arbeit vielleicht mal eine Pause mehr, die von seiner Arbeitszeit abgezogen wird. Wer an der Flasche hängt, bringt damit nicht selten sein privates wie berufliches Leben in gefährliche Schieflage.

    Na, letztlich kommt es bei beidem auf die Menge und die Eigenverantwortlichkeit an. 😉

    • keinmenschenfeind keinmenschenfeind

      Ach, ich würde diese Position genauso vertreten, wenn ich dabei geblieben wäre, mit dem Rauchen aufgehört zu haben. ^^
      Diskriminierung hin oder her, das ist denke ich Definitionssache. Gerade hab ich auch den Titel noch geändert, weil es
      ja Ungleichmäßigkeit ist, wodurch eine oder mehrere Gruppen sich mit etwas arrangieren müssen, oder bevorteiligt werden.
      So auch Alkohol: Kultur hin oder her, wenn Dinge in solchem Maße schädlich sind, denke ich, sollten sie alle gleichermaßen
      gekennzeichnet werden. Ich halte ohnehin nichts davon, an Werten festzuhalten zu wollen, wenn alles dagegenspricht. 🙂

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