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Verhalte dich deines Alters entsprechend. (Teil 1?)

Es ist schon klar, dass man mit drei Jahren in der Regel noch nicht bereit für den Bachelor ist. Oder den Job. Oder dafür, selbstständig in den Kindergarten zu gehen. (Geht man mit drei Jahren in den Kindergarten? Glaube schon.) Viel mehr sollte man tun, was Dreijährige so machen. Was auch immer das ist. Sandkuchen essen vielleicht. Ich habe keine Erinnerung an diese Zeit, was so tragisch nun auch wieder nicht ist, wenngleich sie recht elementar ist. Man trainiert wichtige Fertigkeiten wie aufrechtes Gehen, eine grammatikalisch annehmbare Aussprache und wie man die anderen Rotzlöffel am Besten aus dem Kindergarten rausmobbt.

Und dann ist man irgendwann alt genug für die Grundschule. Plötzlich soll man ruhig sitzen und Aufgaben bearbeiten. Der erste, zweite oder dritte kleine oder große Schritt in die Erwachsenenwelt. Manche laufen in dieser Zeit bereits mit ihrem Smartphone der neuesten Generation herum. Vielleicht versuchen sie, über Tinder neue Freunde kennenzulernen. Ich habe mir damals keine Gedanken um sowas gemacht, sondern einfach mit den Kindern gespielt, die da waren. Alles andere wäre für mich mit meinen bescheidenen Möglichkeiten auch nicht machbar gewesen. Nach Abschluss der vierten Klasse hatte man zwischen drei Möglichkeiten zu wählen, wie es weitergehen sollte. (Die Orientierungsstufe wurde 1-2 Jahre zuvor abgeschafft.) Wählte man das Gymnasium, so war die Kindheit beendet und man arbeitete ab sofort 10-14 Stunden täglich auf sein Abitur hin. (Hab ich gehört, bin zum Glück davon verschont geblieben.) Realschule ist da noch relativ entspannt. Keine Ahnung was auf der Hauptschule abgeht, glaube aber, die lernen auch. Ein wenig. Vor Verlassen dieser allgemeinbildenden Schule mit Abschluss scheinen viele Menschen heutzutage bereits intensivere Bekanntschaften mit Alkohol und ggf auch anderen Drogen gemacht zu haben. Ich hatte als Minderjähriger nie verstanden, was der Reiz daran sein soll. Besonders gut geschmeckt hat es nicht und es war auch noch nicht an der Zeit. Mit Erreichen der Volljährigkeit war es auch für mich völlig normal, folglich ließ das erste Mal Kotzen nicht lange auf sich warten. Nachdem man die Schule verlassen hat, sollte man die Welt kennenlernen und erkennen, dass es nicht nur Schwarz und Weiß, sondern auch verschiedene Graustufen gibt. Bis man eines Tages feststellt, dass die Welt ein durchweg bunter Haufen ist. Ab diesem Punkt sollte man eigentlich in der Lage sein, sie auch wie einen solchen zu behandeln. Die Dinge mit ein wenig Abstand betrachten. Nicht sofort anhand von z.B. unglücklich gewählten Ausdrucksweisen die Rahmenbedingungen für Bekanntschaften neu bestimmen. Einfach offen auf seine Mitmenschen zugehen. So, wie man es als Dreijähriger auch getan hat – mit dem Unterschied, dass man die Eigenheiten seines Gegenübers kennt und diese als normal annimmt. Was sie schließlich auch sind.

  1. M M

    Ich steh auf deinen subtilen Humor. <3

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