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Auch du bist ein Held!

„Ich bin kein Held, ich hab nur meinen Job gemacht“ sagte der Cop zu seinem Sohn, nachdem er den Tag zuvor einen bewaffneten Kriminellen erschossen hatte, und vielleicht hat er gar nicht so unrecht – das gehörte zu seinem Job, aber vielleicht ist er auch einfach ein Held, weil er diesen Job macht. Vielleicht sind die Erzieher Helden, weil sie die Kinder von so vielen Menschen betreuen, die nicht wüssten, wie sie diese Arbeit noch in ihrem Alltag unterbringen sollen. Vielleicht sind Handwerker Helden, weil unser geschützter Raum ohne sie bei weitem nicht so aussehen würde, wie er das eben tut, und vielleicht ist Annette von der Supermarktkasse eine Heldin, weil sie der Grund dafür ist, dass du an deine Nervennahrung kommst. Du hast Strom in der Wohnung, und sind nicht auch die Menschen Helden, die genau dafür Sorge tragen, weil du ohne dein W-Lan absolut aufgeschmissen wärst? Und denk doch mal einer an die Kinder – sind sie nicht Helden, weil sie immer wieder zumindest versuchen, uns Menschlichkeit zu lehren, wenn ihnen dieser Wesenszug von uns nicht bereits ausgetrieben wurde? Warum sieht man nur jene als Helden, die erst zum Einsatz kommen, wenn etwas schief gelaufen sind – was ist denn mit denen, die sich jeden verdammten Tag darum kümmern, dass alles in der Spur bleibt? Vielleicht bist du nicht erst ein Held, wenn du in den Nachrichten auftauchst, weil du so und so vielen Menschen das Leben gerettet hast. Warum siehst du dich nicht als Helden, weil du tagtäglich dem Leben in den Arsch trittst, trotzdem aufstehst, und deinen fucking Job machst, von dem hunderte oder tausende Menschen profitieren?

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2 Comments

  1. Sim Sim

    Warum ist es überhaupt notwendig, ein Held zu sein? Reicht es nicht, wenn ich meinen täglichen Beitrag als normaler Mensch leiste? Muss alles im Superlativ geschehen?

    • keinmenschenfeind keinmenschenfeind

      Darauf wollte ich hinaus – ist es denn nicht als heldenhaft anzusehen, seinen täglichen Beitrag als normaler Mensch zu leisten, und dabei stetig das Päckchen mit sich rumzuschleppen, das einem mitgegeben worden ist? Zumal es ja im Laufe des Lebens auch mehr wird, was man zu tragen hat. 🙂

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