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Das ist wohl mein Problem!

Den folgenden Text widme ich meiner Verlobten. Warum, dürfte sich erschließen – ich hätte schlicht keine bessere Frau für mich finden können.

Ich liebe dich, und aufgrunddessen ist da nun mal dieses grundlegende Bedürfnis, dafür Sorge zu tragen, dass du glücklich durch den Alltag gehst, also schlagen meine Fühler Alarm, wenn du plötzlich sehr angespannt zu sein scheinst.

Ich liebe dich, und ich kann es nur schwer ertragen, dich Stunden, manchmal tagelang mit absolut grottiger Laune zu sehen, ob ich da nun gerade direkt drunter leide oder nicht – es geht dir nicht gut, und das drückt meine Stimmung, glaube ich.

Ich liebe dich, aber wahrscheinlich sollte ich mir auch gar nicht jedes Mal so einen Kopf machen, weil diese Fühler, wie ich sie jetzt nenne, deutlich zu empfindlich sind, und es dir gerade gar nicht wirklich schlecht geht, oder zumindest deutlich schlechter gehen könnte. Wahrscheinlich ist das oft genug einfach okay, dass es dir gerade so geht. Denn du hast ja auch Recht, auch miese Laune hat ihre Daseinsberechtigung, und sollte nicht so schnell wie möglich wieder vertrieben werden.

Ich liebe dich, und du sagst oft genug, wenn ich gerade versuchte deine Laune wieder zu heben, dass ich dich einfach lassen soll, und es nicht mein Problem ist, und ich sage jetzt „Das ist wohl mein Problem! Ich kriege es eben nicht hin, dich einfach schlecht gelaunt da sitzen zu lassen, dafür ist der Tag viel zu schön, und die schlechte Laune trübt dir nur den Blick und ja ist ja gut, auch das darf sein und ist wichtig. Da ist mein Problem. Vielleicht denke ich mir ja auch irgendwo, dass ich schuld daran bin, dass es dir gerade so mies geht wenn meine Fühler nicht gerade Fehlalarm geschlagen haben, und male mir dann aus, du seist mit deinem Leben unglücklich, was sich auch nicht mehr ändern würde, solange ich Teil davon bin.“

Ich liebe dich, und ich will rund um die Uhr gegen diese Gedanken ankämpfen, die mir weismachen wollen, ich sei nicht der Richtige für dich. Wenn dies so sein sollte, wirst du es mir sagen, und bis dahin werde ich dein verlängerter Arm, dein Halt, dein Boxsack (vorausgesetzt, ich kann rechtzeitig ein dickes Kissen auftreiben), dein Chauffeur und dein Zuhörer sein.

Published inUncategorized

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