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„Ist das Poetry-Slam oder kann das weg?“

Der Himmel ist blau, und während ich hier auf dem Balkon sitze und überlege, was ich denn mit der Welt nun anstellen will, die ja angeblich mir gehört, erlebt die Gedankenwelt ihre eigene kleine Achterbahnfahrt. Die Welt gehört mir, es ist mein Reich, ich kann mich entfalten wie ich nur will – oh Moment, da muss ich doch einen Haufen Entscheidungen treffen, oder nicht? Ich muss einen Job an Land ziehen damit ich mich selbst ernähren kann, ich muss mein Zimmer noch fertig stellen und überhaupt meinen Alltag auf die Reihe kriegen und oh Scheiße, die Schulden für das Auto wollen noch abbezahlt werden.

Der Himmel ist blau, und ich bin immer noch auf der Suche nach meiner Stärke, die ich zu Geld machen kann, während ich meinem Umfeld das Leben schwer mache, und frage mich nebenbei, ob es in diesem Wirtschaftssystem überhaupt einen Platz für mich gibt.

Der Himmel ist blau, aber essen kann man den auch nicht, also begnüge ich mich mit billigem Müsli und nachgemachten Nutella. Nicht, dass mich das jetzt stören würde, aber ich gucke halt überall, wo ich was einsparen kann, und vielleicht ist blassblau ja auch etwas günstiger als himmelblau? Ich versuche mich darauf zu besinnen, dass ich es bis hierhin geschafft habe, und den Luxus in Anspruch nehmen kann, mich auf den Balkon zu setzen, und mir den Sonnenuntergang anzuschauen, der das Himmelblau in ein verwunschenes Abendrot verwandelt, frage mich aber zeitgleich auch, wann ich eigentlich noch die Wohnung fegen soll, aber vermutlich hätte ich genug Zeit dafür, wenn ich meine Gedanken einfach mal Gedanken sein lassen würde, aber in der Hinsicht habe ich auch mein ganzes Leben schon versagt. Der Himmel ist blau, und ein Danke geht raus an die ärzte.

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