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Überlaufende Fässer und reißende Geduldsfäden

Ich konnte dieses Miteinander noch nie wirklich. Dieses Zwischenmenschliche. Mit dem Beginn meiner Lebenspartnerschaft habe ich nach reichlich Zuspruch seitens meiner Verlobten angefangen, endlich den Mund aufzumachen, und zu sagen, wenn mir etwas nicht passt. Zuvor war ich immer nur darauf bedacht, bloß niemandem auf den Schlips zu treten. Auch heute noch habe ich Schwierigkeiten damit, frei zu sprechen, aber ich kriege es schon deutlich besser hin, als es früher der Fall war. Zumindest ist dies meine bescheidene Einschätzung. Das neue Problem, welches sich nun auftut, ist ein ganz anderes… Wie befürchtet, scheint der Großteil dieser Menschen, mit denen man sich ja doch leider immer mal wieder befassen muss, kein Stück damit klar zu kommen, wenn man den Mund aufmacht. Wenn man nicht ihrer Meinung ist, nicht nach ihrer Pfeife tanzt, und genau dies auch ehrlich kommuniziert. Bin ich geboren worden, um die Maßstäbe und Grundsätze eines anderen anzunehmen? Ich glaube nicht.

Ich kann das mit diesen Menschen also immer noch nicht. Und ganz ehrlich, es ist mir mittlerweile auch scheißegal. Ich habe einen Menschen gefunden, mit dem ich kann. Das ist alles, worauf ich gehofft hatte, und auch alles, was ich brauche – weitere Kontakte neben der Beziehung zu pflegen, ist für mich ohnehin schon anstrengend genug, weil ich dies immer mal wieder vergesse, und mir meine Verlobte nun mal wichtiger ist, aber wenn die weiteren Kontakte dann nur noch für Missverständnisse, für Wut und Streit sorgen, dann ist es mir die Mühe schlicht nicht wert.

Der Hauptindikator ist hier, dass ich an sich zwar von Grund auf ein nicht mehr gesundes Maß von Geduld an den Tag lege, dass aber auch mir bei Konversationen in der jüngsten Vergangenheit so manches Mal die Hutschnur geplatzt ist, oder drohte zu platzen. Ich übe noch, verbal mal auf den Tisch zu hauen, aber es geht voran. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Bis es irgendwann kochen kann. Okay ignorier das, ich hab nur sozusagen laut gedacht…

Wie nimmst du das denn wahr? Hältst du dich selbst im Alltag häufig zurück, oder nimmst du lieber kein Blatt vor den Mund? Wie viele Menschen aus deinem Umfeld können mit deiner Art zu kommunizieren umgehen, und wann ist für dich der Punkt erreicht, an dem du den Kontakt abbrichst? Tust du dich bei dem Einen oder Anderen da eher schwer? Mit der Familie ist das ja immer heikel, wenn es nicht laufen will – ob man sich diese nun ausgesucht hat, oder nicht…

Ein Kommentar

  1. Sich auf einen Menschen zu fixieren, wird dann zum Problem, wenn der eine Mensch keine Lust drauf hat, der einzige Bezugspunkt zu sein, das ist mitunter nämlich anstrengend.
    Und die Sache wird auch dann kompliziert, wenn der eine Mensch dir abhanden kommt. Das kann immer passieren. Im Sinne der eigenen Stabilität sollte es also doch ein Backup geben. Auch wenn das mitunter anstrengend ist. Aber das sind mensxhMenun einmal. 😀

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