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Und wieder eine neue Welt

Konflikte sind nichts, wovor man sich fürchten muss, heißt es immer, denn sie sind sogar notwendig, weil man sich zu viel verschweigt, wenn man sie meidet – und in einer Therapie hab ich gelesen, dass sogar Sterne manchmal aufeinander knallen, und dabei neue Welten entstehen. Ob das nun physikalisch, astronomisch, quantenmechanisch oder sonst wie der Realtität entspricht oder nicht, ist mir an der Stelle mal herzlich egal, denn wichtig ist doch das Zwischenmenschliche. Und ja, ich liebe es durchaus, neue Welten mit meiner besseren Hälfte zu entdecken. Das ist für mich auch nicht der anstrengende Part, sondern der vorhergehende Zusammenprall zweier Sterne. Oft genug haben sie dabei eine geradezu Ehrfurcht gebietende Geschwindigkeit drauf, beim Kontakt geht also gut und gerne mal was zu Bruch, auch hier und da mal etwas mehr. Und dann liegen da die Scherben. Je nach Situation muss das vielleicht auch mal sein, damit man anschließend wieder etwas schönes daraus erschaffen kann, zunächst sind sie aber einfach noch sehr scharfkantig, und hier und da trauere ich (glaube ich) unter Umständen noch zu sehr um das, was gerade zerbrochen ist, als dass ich mir einfach einen Besen nehmen, und alles zusammenfegen würde, als wäre gerade nicht mehr als ein Glas runtergefallen. Und dann spiegelt sich das Sonnenlicht in einer Scherbe. Plötzlich sind neue Blickwinkel da, ich sehe Möglichkeiten, die mir zuvor verborgen blieben, und beginne damit, den Trümmerhaufen wieder zusammenzusetzen. Es wird nicht genauso wie vorher. Es wird nicht besser, oder schlechter. Es wird reifer. Denn reifen tun die Dinge und die Menschen scheinbar nur mit ihren Narben.

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